So viel und nur hier

Was machst du grade? Was passiert bei dir gerade? Und oh, wir haben uns ja schon seit fast vier Monaten nicht mehr in 3D gesehen.

Es ist schon merkwürdig, dass ich jetzt nun schon eine so lange Zeit weg von München bin, weg von zu Hause bin. Und doch bin ich zu Hause. Und doch bin ich in Dänemark. So langsam ist das nicht mehr das Dänemark. So langsam ist das mein Dänemark. Meine Sprache. Meine Familie. Meine Schule. Meine Freunde. Ich bin nun Teil meiner eigenen Welt hier in Dänemark geworden. Ich werde immer mehr zu meinem dänischen Ich. Ich nehme mich den Sitten und Bräuchen hier an und sie werden immer mehr normal und Alltag für mich. Ich überlege nicht mehr so lange, wie ich jetzt mein Essen essen soll, denn hier wird alles mit Messer und Gabel gegessen – der Rotkohl, der Burger, das Butterbrot. Ich denke nicht mehr so viel darüber nach, wie ich was auf dänisch sage – denn es wird immer weniger Englisch und immer mehr Dänisch. Ich zögere nicht mehr – wenn ich in der Schule bin – wann, was und wo ich arbeite oder in den Pausen hingehe. Ich habe mich an das dänische Volk und seine individuellen Eigenheiten gewöhnt. Und es tut so gut, nicht über jede kleinste Tätigkeit drei Mal nachzudenken. Und dann wird es schon Winter und bald steht Weihnachten vor der Tür. Wobei die Vorweihnachtszeit schon Ende September angefangen hat. Denn schon da haben wir über die verschiedenen Weihnachten in Deutschland und in Dänemark geredet. Schon da habe wir angefangen Weihnachtslieder zu singen. Und passend zur Dunkelheit, die sich immer mehr und immer schneller hier oben in Dänemark in den Tag schleicht bin ich immer mehr müde. Und wenn ich in die Gesichter meiner Freunde schaue, – egal ob Austauschschüler oder Klassenkamerad – sehe ich, dass ich mit der typisch dänischen Wintermüdigkeit nicht alleine bin.

Ich merke immer mehr, wie mein Leben hier mir ans Herz wächst. Ich kann mir schon gar nicht mehr vorstellen, woanders zu sein. Und auch die Telefonate mit Freunden oder Familie außerhalb Dänemarks werden zur Normalität. Einfach mal mit meinen Lieblingsmenschen reden und sich über das Leben auszutauschen. Denn am Anfang war es immer, als würde ich aus dem Urlaub nach Hause telefonieren und von meinen Erlebnissen berichten. Doch da ich schon seit August nicht mehr zu Hause war, ist Dänemark einfach nebenbei zu meinem Zuhause geworden.

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