5.5 Monate

Ich erinnere mich noch gut daran, als ich das erste Mal mit dem Zug hier in Dänemark gefahren bin. Das war gleich in meiner ersten Woche. Ich habe mich richtig gefreut, einfach nur da zu sitzten und alle Eindrücke auf mich einwirken zu lassen. Ich habe jedes Wort, dass die Leute um mich herum gesprochen haben oder welches aus den Lautsprechern kam, wie ein Schwamm aufgesogen. Wahrlich habe ich noch nichts verstanden. Mir ist aufgefallen, dass es sehr ruhig war und man sich wenn überhaupt mit gedämpfter Stimme unterhalten hat. Immer wenn jemand durch den Zug gelaufen ist und durch die Tür ging, hat er oder sie zuerst die Hand an den Türrahmen gehoben bevor die Tür automatisch aufschwang. Heute, fünfeinhalb Monaten später (es ist genau Halbzeit meines tollen Austauschjahres), steige ich wieder einmal in den Zug. Ich gehe durch die Wägen und suche mir einen Platz. Bei den Türen hebe ich meinen Arm an den Türrahmen. Ich habe einen gemütlichen Platz ergattert. Heute ist der Zug rappelvoll, doch die lautstärke ist gedämpft. Manche unterhalten sich leise. Manchmal lausche ich hier und da und verstehe jedes Wort und höre, ob der- oder diejenige vom Akzent her von Fynen kommt oder von woanders. Dies alles passiert wie nebenbei, ohne dass ich mich darauf konzentriere oder es gar merke. Erstaunlich, dass dies alles nur in fünfeinhalb Monaten passierte. Und so geht es mir nicht nur, wenn ich mit dem Zug fahre. Meine blaue Brille wird immer bunter, geprägt von mehr als nur einer Kultur. Danke Familie, danke Freunde, danke Pfadis, danke YFU.

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