Unser kleines Universum

Nun ja jetzt sind wir schon alte Hasen, was das Austauschschüler sein betrifft. Und wir leben alle in unserer kleinen eigenen Welt in der die Zeit sich immer schneller dreht und wir versuchen nochmals aufzustehen und alles mitzunehmen – auch wenn es nur leckere Süßigkeiten sind! 🙂 Wir haben auch noch unser Leben in unserer Heimat, welches mir persönlich mit jedem Tag ein bisschen weiter weg vorkommt. Ich freue mich auch schon, hallo zu sagen und alle Gerüche und Eindrücke in mir aufzunehmen. Aber ich möchte hier nicht weg. Was kann man sich schöneres vorstellen, als ein Leben, welches einen glücklich macht? Ein Leben in zwei Welten mit Menschen, die einen zum Lächeln bringen. Auch wenn nicht jeden Tag die Sonne scheint und man manchmal zu früh aus seinen Träumen aufwacht, jeder einzelne Tag ist dennoch ein ganz neues Abendteuer mit vielen Herausfordungen. Und inzwischen gewöhne ich mich auch ein bisschen an die vielen Höhen und Tiefen. Und auch wenn alles in Erinnerung bleibt, ist kein Moment lang genug und ich möchte auch jede Gelegenheit ergreifen. Es gibt noch so viele Dinge, auf die ich mich in meinem Austauschjahr freue. Zum Beispiel die Klassenfahrt nach Rom oder das nächste YFU Seminar oder einfach die unendlichen Abende in meiner Familie. Und gerade wenn ich mich so auf all das freue, genieße ich gerne den heutigen Tag (inzwischen war dies schon wieder gestern) mit einer meiner engsten Freundinnen hier und jetzt in Aarhus.

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Zu Hause

Während ich länger und länger hier mein Leben einsortiere und mich hier häuslich mache, begegne ich Tag für Tag zu Hause. „Now it starts to settle down.“ Letztens habe ich Brezeln gebacken. Diese sahen am Ende nicht ganz so aus, wie ich sie in München vom Becker kenne. Aber geduftet haben sie genauso wie in München dahoam. Für den Schulkarneval habe ich mir eines meiner Dirndl von München aus schicken lassen. Der Kommentar meiner Freunde bestand aus typisch und wow, das habt ihr ja wirklich. Auch das Dirndl hat nach zu Hause gerochen. Und hier in meiner Familie merke ich wieder einmal, was zu Hause ist und was wieder Neues ist. Ich habe heute auch meiner neuen Familie Bilder von München, Freunden und Familie gezeigt. Das war auch ein Stück weit zu Hause. Und ganz neben bei lernen wir uns hier mehr und mehr besser. Ich würde mal sagen, das altbekannte Eisbergmodel beschreibt unsere Routine hier sehr deutlich.eisbergmodell.jpg

Viele Bilder

Hach ja, seit ich das letzte Mal mich hier auf diesem Blog gemeldet habe, ist für mich selbst persönlich so unglaublich viel Zeit vergangen. Wie schon gesagt, bin ich umgezogen und die allerliebste und lustigste und herzlichste und spitzbübischste und knuffigste Familie hat mich gleich in ihre Mitte genommen und es fühlt sich alles einfach so natürlich gut an. Ich freue mich jeden Tag nach Hause zu kommen, nicht weil die Schultage immer länger werden, sondern weil ich mich so auf drei kleine Brüder und meine Gasteltern freue! 🙂

Jetzt wo die Tage immer länger werden und wir schon nun über die Hälfte unseres Austauschjahres hier sind, beginne ich, hier Wurzeln zu schlagen und immer festere Bindungen mit Freunden und Familie aufzubauen. Natürlich habe ich immer noch manchmal den Austauschschüler Bonus wenn es um dänisch Hausaufgaben geht oder wir einen Vortrag halten. Meine Lehrer sind etwas nachsichtiger mit mir, was aber nicht ausschließt, dass sie es lieben, mich mit Übung und viel Motivation auf Trapp halten. Auch wenn ich jeden Tag jemanden neuen kennenlerne oder einen Freund oder eine Freundin besser kennenlerne und ich auch im Dänischen immer mehr die Sprache im Ganzen erkunde – so langsam gewöhne ich mich daran und kann mir mein Leben gar nicht mehr anders vorstellen. Ich mag es, am Computer zu arbeiten oder mal eben in der Mittagspause mit einer lieben Freundin aus Dänemark, Deutschland oder aus anderen Orten der Welt zu kommunizieren. Auch wenn ich noch lange nicht alle Weisheiten über meine Schule hier herausgefunden habe oder mich auch nach über sechs Monaten nicht an das dänische Wetter gewöhnen kann, ich bin hier und das ist gut. Ich bin ein Teil von Dänemark und so vielem mehr. Nun sagen ehemalige Austauschschüler, dass das Jahr ganz schnell vergeht und ich lenke immer ab, wenn jemand anfängt Monate zu zählen. Und gerade deshalb genieße ich jeden Tag.

Wenn ich auf den letzten Monat zurück schaue, dann fällt mir auf dass ich doch mehr gemacht habe, als es sich anfühlt und ich bin froh, dass ich meine Kamera hier und da dabei hatte, so kann ich mich immer an diese viele einzigartigen Momente erinnern, ohne Worte, wie abstrakte Ideen, die in meinem Köpfchen umherschwirren.

mehr Bilder vom Januar sind in der Galerie 🙂